1. Kniearthroskopie

Mögliche Eingriffe

  • Meniskus(teil)entfernung, Meniskusnaht
  • Entfernung von freien Gelenkkörpern und Kalkeinlagerungen
  • Lösen von Kapselteilen und Vernarbungen (z.B. bei eingesteiftem Kniegelenk)
  • Entfernen der Gelenkinnenhaut, z.B. bei Entzündungen
  • Knorpelglättung, Knorpelinduktion (Anregung der Knorpelbildung, Microfracture), Knorpeltransplantation
  • Säuberung und Spülung des Gelenks, auch bei Knieprothesen, z.B. bei Infektion
  • Gewebeentnahme, z.B. nach Knieprothese

Nachbehandlung

  • Stationärer Aufenthalt: 2 Tage
  • Physiotherapie
  • Gehstöcke während 1 Woche, Thromboseprophylaxe
  • Vollbelastung nach Massgabe der Beschwerden erlaubt

2. Kreuzbandchirurgie

Zum Ersatz des Kreuzbandes wird eine Sehne aus der Umgebung des Kniegelenks entnommen. Dies können ein Teil der Kniescheibensehne mit anhängenden Knochenstücken oder andere Sehnen aus Ober- oder Unterschenkel sein. Je nach Transplantat müssen ein oder mehrere Hautschnitte angelegt werden. Nach Transplantatentnahme wird das Kniegelenk arthroskopiert, um beispielsweise weitere Läsionen wie Meniskusverletzungen zu behandeln und das Anlegen der Knochenkanäle für das Transplantat vorzubereiten. Jeder Operationsschritt erfolgt unter arthroskopischer Kontrolle. Für die Verankerung des Transplantates werden meist (resorbierbare) Schrauben verwendet.

Nachbehandlung

  • Stationärer Aufenthalt: 5 Tage
  • Physiotherapie
  • Gehstöcke während mindestens 2 Wochen, Vollbelastung nach Massgabe der Beschwerden erlaubt

3. Umstellungsosteotomie am Kniegelenk

Eine Umstellungsosteotomie kann erforderlich sein, wenn es aufgrund starker Achsabweichungen der Beine (O- oder X-Beine) zur einseitigen Abnutzung (Arthrose) des Kniegelenks kommt. Auch ein instabiles Knie oder verletzungsbedingte Knorpelschäden können zu mehr innen- oder aussenseitiger Abnutzung führen. Mit der Operation wird die Beinachse korrigiert bzw. die Belastungszone in den weniger abgenutzten Kniegelenkteil verschoben. Somit wird das Fortschreiten der Arthrose verlangsamt.

Mögliche Eingriffe

  • Osteotomie am Unterschenkel
    Durchtrennen des Schienbeinkopfes und Aufklappen der Schnittstelle, so dass der Unterschenkel in Relation zum Oberschenkel in eine X-Bein-Stellung geführt wird. Fixation mit einer stabilen Platte auf der Innenseite des Schienbeins
  • Osteotomie am Oberschenkel
    Analog zur Osteotomie am Unterschenkel oberhalb der Gelenklinie am Oberschenkelknochen

Nachbehandlung

  • Stationärer Aufenthalt: 1 Woche
  • Physiotherapie
  • Gehstöcke während 4 Wochen, Vollbelastung nach Massgabe der Beschwerden erlaubt

4. Knieprothese

Bei fortgeschrittener Arthrose des gesamten oder eines Teils des Kniegelenks und nicht mehr erfolgreicher konservativer Therapie bleibt nur der operative Gelenkersatz. Es können nur Teile oder die gesamte Gelenkfläche ersetzt werden:

  • Totalendoprothese (Doppelschlitten)
    Abtragung der zerstörten Knorpel-/Knochenflächen und Aufbringen des (metallenen) Oberflächenersatzes an Oberschenkelknochen und Schienbeinkopf.
  • Hemiprothese (Schlitten)
    Wenn nur der innere oder äussere Abschnitt des Kniegelenks betroffen ist, ist unter bestimmten Voraussetzungen (Patientenalter, Beweglichkeit, Knochenqualität) der Einsatz einer Teilprothese möglich.

Nachbehandlung

  • Stationärer Aufenthalt: 1 Woche
  • Physiotherapie
  • Rehabilitationsaufenthalt in Ausnahmefällen
  • Gehstöcke während 4 Wochen, Vollbelastung nach Massgabe der Beschwerden erlaubt