1. Schulterarthroskopie

Für den Eingriff ist in der Regel eine Allgemeinnarkose notwendig. Über 3 bis 5 kleine Schnitte werden die betreffenden Gelenkabschnitte des Schultergelenks mit einer Kamera (Arthroskop) eingesehen. Das Gelenk wird hierzu mit Spülflüssigkeit gefüllt. Dann kann «unter Sicht» operiert werden.

Mögliche Eingriffe

  • Entfernung von freien Gelenkkörpern und Kalkeinlagerungen
  • Lösen von Kapselteilen und Vernarbungen (z.B. bei eingesteifter Schulter)
  • Entfernen der Gelenkinnenhaut oder von Sehnenanteilen bei Entzündung oder Sehnenschädigung (Debridement)
  • Durchtrennung einer geschädigten langen Bicepssehne von der Gelenkpfanne, evtl. Refixation am Oberarmkopf
  • Naht eines abgerissenen knorpeligen Pfannenrandes mit Ankernähten oder resorbierbaren Nägeln bei instabiler Schulter (Labrumrefixation), evtl. zusätzlich Raffung der Gelenkkapsel
  • Naht von einer oder mehreren Sehnen der Rotatorenmanschette
  • Teilentfernung des Schultereckgelenkes, Resektion des seitlichen Schlüsselbeinendes
  • Entfernung des Scheimbeutels unter dem Schulterdach (Akromion), Entfernung eines evtl. vorhandenen Knochensporns am Akromion

Nachbehandlung

  • Bei Sehnennähten 4- bis 6-wöchige Ruhigstellung erforderlich
  • Volle Belastbarkeit der Nähte erst nach 3 bis 6 Monaten
  • Physiotherapie

2. Rotatorenmanschettennaht

Die Therapie von Rotatorenmanschettenrissen ist in der Regel operativ: Die abgerissene(n) Sehne(n) werden mittels spezieller Knochenanker wieder an den Oberarmkopf angenäht.

Nachbehandlung

  • 4- bis 6-wöchige Ruhigstellung erforderlich
  • Volle Belastbarkeit der Nähte erst nach 3 bis 6 Monaten
  • Physiotherapie

3. Operation bei Instabilität

Bei Verletzung der Schulter mit Ausrenken des Gelenkes (Luxation) wird meist der Knorpelring der Gelenkpfanne (Labrum) nach vorne abgerissen. Bei jungen Patienten kommt es danach häufig zu erneuten Luxationen oder Instabilitätsschmerzen, so dass eine Operation erforderlich ist.

Bei einem ersten Eingriff wird das Labrum wieder angenäht und evtl. die Gelenkkapsel gerafft. Dies kann arthroskopisch erfolgen. Bei erneuter Luxation nach Ersteingriff oder erheblicher Instabilität wird eine Abstützung der vorderen Pfannenrandes durch die Verschiebung eines knöchernen Fortsatzes an der Schulter nötig (Latarjet-Operation).

4. Operation bei Arthrose des Schultereckgelenks

Bei schmerzhafter Arthrose des Schultereckgelenks und ausbleibender Besserung der Symptome trotz Physiotherapie und Infiltration hilft eine arthroskopische Teilresektion des Gelenkes. Dabei wird ein Teil des seitlichen Schlüsselbeinendes abgetragen. Eine Funktionsbeeinträchtigung der Schulter entsteht nicht.

5. Schulterprothese

Wenn eine Schulterprothese nötig wird, bestehen folgende Möglichkeiten:

  • Totalendoprothese
    Sowohl der Oberarmkopf als auch die Schultergelenkpfanne werden ersetzt.
  • Hemiprothese
    Wenn nur der Oberarmkopf zerstört ist, wird nur dieser ersetzt. Die Gelenkpfanne bleibt erhalten.
  • Inverse Prothese
    Bei Schulterverschleiss infolge eines Rotatorenmanschettendefektes besteht die Möglichkeit, eine spezielle Prothese mit umgekehrten Gelenkpartnern einzubauen. Ein Teil der Funktion der Rotatorenmanschette wird dann durch den Deltamuskel übernommen.
  • Oberflächenersatz
    Bei Knorpelschäden des Oberarmkopfes ohne grösseren Knochenverlust kann eine Kappenprothese aufgebracht werden.

Nachbehandlung
Mehrwöchige Schonung, bis die Sehnennähte eingeheilt sind. Physiotherapie über mehrere Monate zur Mobilisation des Schultergelenks. Maximalbelastungen der betroffenen Schulter sind auch mit Prothese nicht mehr möglich.

6. Weitere Eingriffe – offene Schultereingriffe

Bei weiteren Schädigungen und Verletzungen wie z.B. Schulterluxationen, Schlüsselbeinbrüchen, Verwachsungen oder Brüchen der Gelenkpfannen können Operationen nötig werden, wenn konservative Therapieformen nicht wirken.

Für die meisten Schultereingriffe – z.B. die Fixation des Schultereckgelenks oder das Einrichten eines Oberarmkopf- oder eines Schlüsselbeinbruches – ist eine Allgemeinnarkose erforderlich.

Nachbehandlung
Frühfunktionelle Behandlung bei einfachen Operationen. Bis zu 6 Wochen Ruhigstellung des Schultergelenks beispielsweise bei Rotatorenmanschettennähten mit entsprechend langer Physiotherapie (3-6 Monate).